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der Arbeitsgemeinschaft
Endoprothetik GmbH

09.12.2016, Berlin
Sophie Charlotte Brackertz

Impact of the periarticular muscle status on postoperative joint loading in total hip joint arthroplasty patients

Charité – Universitätsmedizin Berlin, Centrum Orthopädie und Unfallchirurgie, Julius Wolff Institut für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration
Autorin: Sophie Charlotte Brackertz, Co-Autoren: Philipp Damm, Georg N. Duda, Georg Bergmann, Carsten F. Perka, Tobias Winkler, Betreuer: Dr.-Ing. Philipp Damm, Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Winkler

Fragestellung:

Das funktionelle Resultat nach endoprothetischer Versorgung des Hüftgelenkes hängt wesentlich von der Funktion der periartikulären Muskulatur, im wesentlichen determiniert durch die Surrogatparameter Volumen und Fettanteil, ab. Ziel der Promotionsarbeit ist es, den Einfluss des postoperativen Muskelstatus auf die in vivo wirkende Hüftgelenksbelastung bei alltäglichen Aktivitäten zu untersuchen.

Methodik:

Untersucht wurden 8 Patienten (6m/2w) mit instrumentierten Messprothesen, deren Implantation über einen transglutealen Zugang erfolgte. Es wurden mit allen Patienten Belastungsmessungen 50 (38-62) Monate postoperativ durchgeführt und die Gelenkbelastungen in vivo gemessen. Die Muskelverfettung der periartikulären Hüftmuskulatur wurde mittels Dünnschicht – CTs, 1 Tag präoperativ und 50 (38-62) Monate postoperativ ermittelt. Die Muskelvolumina wurden in Amira (Zuse Institute, Berlin) und der relative Fettanteil in 3 Transversalebenen nach von Roth et al (2014) bestimmt.

Ergebnisse:

Erste Ergebnisse liegen bereits für den M. gluteus medius (GM) und 5 alltägliche Aktivitäten vor. Hierbei wurden große interindividuelle Unterschiede der Muskelverfettung des GM ermittelt. Bei den männlichen Patienten war die Muskelverfettung im Mittel kleiner im Vergleich zu den weiblichen.
Eine Zunahme des ipsilateralen Fettanteils (GM) korrelierte im Mittel mit einer Erhöhung der ipsilateralen Gelenkbelastung. Eine Zunahme der kontralateralen GM Verfettung korrelierte ebenfalls mit einer Zunahme der ipsilateralen Gelenkbelastung.
Dieser Zusammenhang war für die kontralaterale Seite ausgeprägter als für die ipsilaterale Seite.

Schlussfolgerung oder aktueller Stand des Projektes:

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen erstmalig, dass eine Schädigung der periartikulären Muskulatur zu einer Erhöhung der postoperativ in vivo gemessenen Gelenkbelastung führt. Darüber hinaus zeigte sich, dass eine Schädigung der kontralateralen Muskulatur einen größeren Einfluss auf die Gelenkbelastung hat, als bisher angenommen.
Eine Schädigung des kontralateralen GM und die daraus folgende funktionelle Störung muss durch die Gegenseite kompensiert werden und führt, insbesondere beim Hinsetzen und Aufstehen, zu einer Belastungserhöhung auf der ipsilateralen Seite.
Im weiteren Verlauf werden aktuell sowohl die Bodenreaktionskräfte als auch weitere periartikuläre Muskeln wie der M. tensor fasciae latae analysiert.